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Samstag, 28. November 2009

"Peterchens Märchenfahrt" - Ein bikultureller Roman und die Intention des Autors



Peterchens Märchenfahrt ist ein Buch für Kinder und Erwachsene gleichermaßen, die märchenhaftes lieben. Ursprünglich für Deutsch-Türken geschrieben, die ihre eigenen Märchen und Sagen vergessen haben oder erst gar nicht kennen, ist dem Buch auch ein anliegen, dem interessierten Deutschen die fremde Kultur und Eigenheiten näher zu bringen.
Durch die Augen eines 9 jährigen Jungen erleben sie die phantastische Welt der türkischen Märchen neu und kommen den Figuren und Erlebnissen, näher, als wenn sie die original Märchen direkt selber lesen würden, weil Peterchen sich, so wie sie, den Geschöpfen gegenüber fremd fühlt und sich in der fremden Umgebung neu orientieren muss und immer wieder seine eigenen deutsch-kindlichen Gedanken macht, die den Leser vertrauter sind als die fremdartigen Wesen.
Somit ist „Peterchens Märchenfahrt“ ein märchenhaftes Lesevergnügen, das das Fremde mit dem Vertrauten zu einem neuen Ganzen mischt.

Auf der Suche nach dem geeigneten Titel stellte sich die Frage: nenne ich das Werk „Peterchen im Märchenland“, weil der kleine Junge wie das Mädchen „Alice im Wunderland“ merkwürdigen Geschöpfen begegnet und sich in seltsamsten Situationen zurechtfinden muss oder „Peterchens Märchenfahrt“ in Anlehnung an die liebevolle Geschichte „Peterchens Mondfahrt“.

Der Titel sollte ein wohliges Gefühl erzeugen und beim ersten Blick vertraut erscheinen, jedoch eine kleine Änderung in sich bergen, die sich beim bewussten Betrachten offenbarte und gleichzeitig irritierend blieb: Denn was war und ist eine Märchenfahrt? Eine Fahrt mit einer Traumlokomotive durch ein Märchenland, bei der man nur rausguckt oder ist es eine Reise mit tausend Abenteuern in dem Märchen?

Es hätte auch „Peterchens orientalische Märchenfahrt“ heißen können, aber dann verliert es das Vertraute und das Fremde rückt in den Vordergrund.
Der Leser soll sich völlig überraschend vor den Wesen befinden und sich zurechtfinden, genauso wie es in unserem Alltag der Fall ist, wenn wir Ausländern begegnen, und uns mit ihrer Fremdartigkeit auseinander müssen, sollten. Erst bei längerer Auseinandersetzung mit der Person, seiner Umfeld und Kultur offenbaren sich uns die Gründe für sein Verhalten und wir fangen an zu verstehen. Und wir merken, dass das Fremde uns vertrauter ist, als wir denken. Es ist dasselbe (Ur-)Gefühl, nur in fremden Gewändern.

(Somit ist Peterchens Märchenfahrt, ein bikultureller Roman, der mit einer Leichtigkeit interkulturelle Kompetenzen fördert, sensibilisiert, schult, dass der Leser dies nicht mal merkt. Er vermischt die vertrauten Bilder aus bekannten Märchen, Mythen, Kinderbüchern und fremden Bilder aus unbekannten Kulturkreisen.)

zum Internet-Roman Vorwort oder 1.Kapitel: Peterchen und Ali